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play sequence (2019)

"play sequence" basiert auf den Klängen eines Cembalos. Zusammen mit der französischen Cembalistin Alice Humbert wurden zahlreiche Klänge in einer erweiterten Spielpraxis erzeugt und digital aufgezeichnet. Nach Sichtung, Schnitt und klanglicher Bearbeitung bildeten dann mehrere hundert Einzelklänge die Grundlage für die Komposition.

Neben den bekannten Klängen des Cembalos offenbart das Mikrofon auch die Geräuschkomponenten bei der Klangerzeugung durch die mechanischen Abläufe beim Anschlagen einer Taste. Diese Geräusche des Spiels und der mechanischen Vorgänge treten beim Cembalo deutlich stärker in Erscheinung als beim Klavier. Die Komposition hebt diese Geräuschkomponenten hervor und arbeitet mit der ihnen eigenen Beschaffenheit und Qualität.

So wird der Fokus erweitert von einem Musikinstrument mit einer spezifisch metallischen Klangfarbe, das vor allem in der Musik des Barock von Bedeutung ist, zu einer Musikmaschine mit ihren eigenen mechanischen Möglichkeiten und Grenzen.

Durch die Vielzahl der hier eingesetzten klangerzeugenden Verfahren und klanglichen Bearbeitungen kommt es zu einer multiperspektivischen, quasi "kubistischen" Darstellung des Cembaloklanges. Dieser stellt sich auf diese Weise im Spiel von Nähe und Distanz in unterschiedlich weiten und engen akustischen Räumen immer wieder neu dar.

"play sequence" entstand als Auftragswerk für das Projekt "MusiKKirche" der evangelischen St. Johannis-Gemeinde in Restorf im niedersächsischen Wendland.

Spatialisierung: Ambisonic, 8-Kanal, 12:41


play sequence (2019) - Ausschnitt